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25. Februar 2007 - 00:00 Uhr
Johanneskirche am Martin-Luther-Platz: Ein Kardinal unter Protestanten
von Marion Seele-Leichert
Joachim Kardinal Joachim Meisner, Erzbischof von Köln, predigte am Wochenende zum Beginn der Fastenzeit in der evangelischen Johanneskirche.
 
 

Düsseldorf. Hohen Besuch hatte am Samstagabend die evangelische Johanneskirche am Martin-Luther-Platz: Joachim Kardinal Joachim Meisner, Erzbischof von Köln, und Nikolaus Schneider, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, waren gemeinsam zu einer Ökumenischen Passionsandacht erschienen um ein Zeichen ökumenischer Verbundenheit zwischen der Evangelischen Kirche und dem Erzbistum zu setzen. Bereits zum dritten Mal hatten die beiden Geistlichen nun zur gemeinsamen Andacht eingeladen und die Kirche war gut gefüllt.

 In seiner Begrüßung machte Präses Schneider dann deutlich, dass trotz aller Unterschiede in beiden Kirchen Barrieren auf einem gemeinsamen Weg abgebaut würden. „Auf dem Weg zu Gott sind wir am besten verbunden.“

In der Predigt des Erzbischofs kam dann auch die positive Botschaft an, dass der Beginn der 40tägigen Fastenzeit nicht mürrisch und traurig sondern fröhlich begonnen werden solle und man diese nicht als Strafe verstehen dürfe. „Wir lassen uns von Christus tapfer von der Sünde wegführen, in seine Gnade.“

„Der weiteste Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Gehen wir ihn jetzt“

Mit Blick auf eine Annäherung an Gott forderte er die Gläubigen auf, sich zu besinnen und zur inneren Ruhe und Reife zu finden. „Der weiteste Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Gehen wir ihn jetzt!“

 Allerdings vergaß der Erzbischof in seiner Predigt auch nicht zu betonen, dass die Kirche selbst nicht zu kurz kommen dürfe und rief damit indirekt zu Spenden auf. Doch Spenden müssen nicht immer materieller Art sein: 1980, als der Erzbischof noch DDR-Bürger gewesen sei, habe ihn Mutter Teresa von Kalkutta besucht.

Und weil die DDR-Währung nicht konvertibel gewesen sei, habe er ihr einen kostbaren Bischofsring mit einem Amethyst für ihr Sterbe- und Kinderhaus in Kalkutta geschenkt. Mutter Teresa hatte andere Pläne mit dem Ring und meinte damals: „Den Stein bekommt unser eucharistischer Herr in einer Monstranz. Denn wo der Herr zu kurz kommt, dort verhungern mir die Kinder.“

 Auch dies gehöre zur Konsequenz der Fastenzeit, führte Meisner aus, dass die Gläubigen auf die Verschwendung Gottes für uns Menschen mit Großzügigkeit und Hochherzigkeit antworten müssten.

 Nach der Andacht waren alle Teilnehmer der Andacht noch zu einem Empfang geladen. Dort verteilte der Kardinal dann eifrig Autogramme.

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