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LokalesDüsseldorfErfolgreich in Düsseldorf
17. Mai 2010 - 18:59 Uhr
Video- und Telefonkonferenzen machen Dienstreisen überflüssig
von Jürgen Heimann
Unternehmen suchen nach neuen Wegen für ihre Kommunikation. Zwei Firmen aus Düsseldorf haben Lösungen und sind damit erfolgreich.
 
 

Düsseldorf. Finanzkrise, Schweinegrippe, Aschewolke – immer häufiger suchen Unternehmen nach neuen Formen der Kommunikation, um Kosten einzusparen, gesundheitliche Risiken für die Mitarbeiter zu reduzieren oder sogar globale Katastrophen zu umgehen. Während persönliche Meetings vor wenigen Jahren noch auf der Tagesordnung von Managern standen und als schick galten, schauen Geschäftsführungen mittlerweile genauer auf die Kosten, bevor sie Reisen bewilligen.

Auf notwendige Konferenzen müssen sie dennoch nicht verzichten: Weltweit verstreute Geschäftspartner werden einfach an einen virtuellen Tisch geholt – die Computer-Technik macht’s möglich. Und Düsseldorfer Firmen mischen bei diesen Angeboten kräftig mit – mit hohen Zuwächsen.

Die Firma CSN hat in ihrem Jahresabschluss 2008 einen Gewinn in Höhe von 254 487 Euro ausgewiesen. Im Jahr davor waren es 194 796 Euro. Alfred May spricht von 22-prozentigen Zuwächsen für das vergangene und das laufende Jahr.
Cocall-Geschäftsführer Pascal Tilly erhofft sich bei den Kunden Zuwächse über 100 Prozent. 400 Kunden am Ende des laufenden Jahres seien möglich, sagt er.

Noch lange vor der Wirtschaftskrise, im Jahre 2001, hat sich Alfred May mit der Firma CSN (Communication Services Network) selbstständig gemacht. Der ehemalige Vorstandsvorsitzende einer Telekommunikationsgesellschaft bietet von der Kasernenstraße 23 aus Telefon- und Online-Konferenzen für mittlerweile bis zu 2000 Teilnehmer parallel an.

Das Prinzip ist einfach. Mit dem einfachen PC können sich Kunden an der Webkonferenz beteiligen: ein Passwort und eine PIN-Nummer genügen, dann steht der Zugang zum virtuellen Präsentationsraum: Animationen, Filmausschnitte, Zahlenmaterial – all dies kann gemeinsam eingesehen werden.

Konferenzen am virtuellen Tisch sind oft billiger als die Parkgebühren

Der Vorteil liegt auf der Hand: „Die Teilnehmer kostet das weniger als die Parkgebühren, die sie bei einer Anfahrt mit dem Auto hätten“, erläutert May. 5,40 Euro seien es pro Teilnehmer in der Stunde. Ein regelrechter Boom habe mit dem Beginn der Wirtschaftskrise im Oktober 2008 eingesetzt. Kosten sparen hieß die Devise.

Und Zeitersparnis war der zusätzliche Gewinn. Dann sei nochmal ein weiterer Schub mit dem Ausbruch der Schweinegrippe im vergangenen Jahr gekommen. Allein 2009 habe die Düsseldorfer CSN GmbH 373 neue Kunden gewonnen, plus 146 weitere im ersten Quartal dieses Jahres. Über 1600 Kunden seien es nun, darunter namhafte wie Credit Suisse, DWS (die Fondsgesellschaft der Deutschen Bank) oder auch Ford.

Auch für Neulinge ist neben bekannten Gesellschaften wie der Telekom, die ebenfalls Konferenzen via Telefon anbieten, offenbar noch Platz am Markt. Erst vor 15Monaten sind Andreas Junklewitz und Pascal Tilly in Düsseldorf mit der Firma Cocall an den Start gegangen: Sie bieten mit ihrer GmbH an der Holbeinstraße 3 ausschließlich Telefonkonferenzen an und haben bereits 170 Kunden.

Diplom-Ökonom Pascal Tilly (41), der einst bei Vodafone tätig war, versucht Neukunden insbesondere mit seinem Tarifmodell zu gewinnen. Und das funktioniert so: Der Kunde bestellt via Internet per E-Mail bei Cocall einen „Konferenzraum“. Postwendend erhält er eine Rufnummer, eine Konferenznummer und eine PIN. Alle Daten müssen dann nacheinander per Telefon oder Handy eingegeben werden – die Konferenz ist eröffnet.

 40 Teilnehmer, die diese Daten ebenfalls eingeben, könnten teilnehmen – für insgesamt 16Cent pro Minute. Ruft ein 41. Teilnehmer an, erhält er ein Besetztzeichen. Technisch sind auch größere „Konferenzräume“ möglich – allerdings zu anderen Konditionen. Besonderer Bonus laut Tilly: „Wir sind ein Düsseldorfer Unternehmen, und wir haben eine Düsseldorfer Vorwahl.“


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