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14. Dezember 2009 - 19:23 Uhr
Maroder Stahl im Gerüst: Die Schwebebahn steht still
von Stefan Melneczuk
Bis Mitte April 2010 bleiben alle Züge im Depot. In den kommenden Monaten sollen an 27 der insgesamt 468 Brücken auf der SchwebebahnStrecke alte Stahlverstrebungen ausgetauscht werden.
 
 

Wuppertal. Die Schwebebahn legt bis nach Ostern nächsten Jahres eine Zwangspause ein: Mit Blick auf zum Teil massiven Verschleiß in bislang noch nicht ersetzten Bereichen des Fahrgerüsts bleiben ab heute alle Züge im Depot.

Wie die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) am Montag mitteilten, werden in den kommenden Monaten an 27 der insgesamt 468 Brücken auf der SchwebebahnStrecke alte Stahlverstrebungen ausgetauscht, um Unfälle auszuschließen. Baukosten: bis zu zwei Millionen Euro.

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„Wir handeln damit im Interesse aller Fahrgäste“, erklärte WSW-Geschäftsführer Andreas Feicht. Die Sicherheit gehe „in jedem Fall vor“, auch wenn von den verschlissenen Verstrebungen im Gerüst „keine unmittelbare Gefahr“ ausgehe.

Um mit Blick auf den Fahrbetrieb jedes Risiko auszuschließen, tausche man die Bauteile nun in einem Stück aus – und reagiere damit auf den Prüfbericht eines externen Gutachters.

Die Schwebebahn – sie wurde ab 1898 errichtet und in Betrieb genommen – nutzen an Werktagen bis zu 87.000 Passagiere. 95 Prozent der historischen Gerüststrecke sind bereits ausgetauscht – zum Restprogramm gehören die alten Bahnhöfe Landgericht, Werther Brücke, Völklinger Straße und die Wagenhalle Oberbarmen.
Im Zuge des Umbaus ereignete sich am 12. April 1999 auch der bislang schwerste Unfall: Eine zurückgelassene Montagekralle ließ einen Zug in die Wupper stürzen. Fünf Menschen starben, 47 wurden zum Teil schwer verletzt. Bis zu diesem Tag galt die Schwebebahn als das sicherste Verkehrsmittel der Welt.

Dieser liegt nach Angaben der WSW seit Ende vergangener Woche vor und attestiert den fraglichen Bauteilen einen mehr als schlechten Zustand: So seien – gerade bei den großen Temperatur-Unterschieden im Winter – Risse und Brüche im Material nicht länger auszuschließen. Nach einer letzten Prüfung gestern Vormittag habe man sich dazu entschieden, die Schwebebahn still zu legen.

Die kurzfristig anberaumten Arbeiten betreffen einen Teil der fünf Prozent des Schwebebahn-Gerüsts, die beim Gesamt-Umbau noch nicht ersetzt wurden. 95 Prozent der Strecke sind ausgetauscht. Das Restprogramm soll bis 2014 erledigt sein.

Mit Blick auf den Altbestand im Gerüst läuft der Fahrbetrieb der Schwebebahn bereits seit August dieses Jahres mit Einschränkungen: Im Bereich der noch nicht ersetzten Bahnhöfe gilt für die Züge Tempo 20. Per Signalsteuerung wird ausgeschlossen, dass in statisch sensiblen Bereichen zwei Züge auf gleicher Höhe halten.

„Diese Maßnahmen haben nicht ausgereicht“, räumt Feicht ein. Die Finanzierung und der Zeitplan des Rest-Umbaus – er sieht unter anderem auch eine neue Zug-Generation vor – seien nicht gefährdet. Entlang der Schwebebahn-Strecke sind ab sofort bis Mitte April 2010 Ersatzbusse im Einsatz.


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