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10. August 2009 - 20:54 Uhr
Die Rakete am Ölberg hebt ab
Der Kulturverein Rakete will mit vollem Programm in den Herbst starten.
 
 

Wuppertal. Eine rote Rakete dominiert den Raum: Vor leuchtenden Sonnenstrahlen strahlt sie Aufbruchstimmung aus, zumal ein blaues Auge freundlich aus ihr herausschaut. Olaf Engel hat sie gemeinsam mit Erik Weidling, André Kern und Annette Marx an die Wand der Räume des Vereins Rakete gemalt, als Zeichen, dass „hier etwas passiert, dass hier Energie freigesetzt wird“.

Eher unbemerkt von der großen Öffentlichkeit hat sich der Kulturverein Rakete am Ölberg vor fünf Jahren gegründet. Vor drei Monaten wurde der Vorstand komplett erneuert, und nun soll sich einiges ändern an dieser Plattform für Kunst und Kultur. Mit einem stark ausgebauten Programm aus Ausstellungen, Lesungen, Konzerten und Workshops will die Rakete nach der Sommerpause in den Herbst starten.

Auf dem Ölberg haben sich viele kleine Galerien und Künstler angesiedelt. „NordstadtKünstler“ etwa ist ein Zusammenschluss von mehr als 20 dort lebender/arbeitender Künstler.

Seinen Sitz hat der freie Verein, der derzeit 58 Mitglieder zählt, an der Schreinerstraße/Ecke Wülfrather Berg. Hier, in einem „Kulturdreieck“ aus Rakete, Backstubengalerie und Künstlerateliers an der Marienstraße, soll ein Treffpunkt entstehen, für „Leute, die was machen wollen, für Dinge, die es woanders nicht gibt“, sagt der Künstler Olaf Engel, Vorsitzender des Vereins.

„Keiner schreibt etwas vor. Vieles entsteht aus der Interaktion heraus.“

André Kern, Künstler

Jeder ist hier willkommen, egal ob Mitglied oder nicht. Die Veranstaltungen sind öffentlich, Nicht-Mitglieder zahlen allerdings etwas mehr. Etwa beim Zeichnen, das es nach der Sommerpause wieder jeden Dienstag geben soll. Der Verein besorgt ein Model, und dann wird in der Gruppe gezeichnet, denn „gemeinsam geht es besser“. Fünf Euro kostet der Beitrag im Monat. Den Künstler André Kern hat der lockere kreative Rahmen der Veranstaltungen überzeugt, ihr unkommerzieller Charakter: „Keiner schreibt etwas vor. Vieles entsteht aus der Interaktion heraus.“

Im Künstlerverein soll möglich sein,
was woanders nicht möglich ist

Der Vorsitzende Olaf Engel schätzt den Verein als Netzwerk, um sich auszutauschen, auch über neue Ideen und Projekte. Jeder darf hier etwas machen, ganz demokratisch. Wobei nicht nur Künstler dazugehören. Schließlich veranstaltet der Verein auch soziale Events, wie etwa die Suppkultur: Jeden ersten Samstag im Monat verwandelt sich die Rakete in eine Suppenküche. Die regelmäßigen Partys bessern die Vereinskasse durch den Verkauf von Getränken auf. Alle arbeiten ehrenamtlich am Erfolg der Rakete mit. Jeden Mittwoch und Freitag wird das „Vereinslokal“ zum zwanglosen Treffpunkt am Ölberg.

Nicht nur arrivierte Kunst bekommt hier eine Chance, sondern auch junge Talente. Eine regelmäßige Filmreihe ist genauso in Planung wie Theater, Lesungen – und auch einen Butoh-Tanzabend soll es geben. Den Ideen sind keine Grenzen gesetzt.

„Bei uns soll möglich sein, was woanders nicht möglich ist“, sagt Olaf Engel, der als Webdesigner auch die Homepage des Vereins gestaltet. Hier kann man sich über die Veranstaltungen informieren. Fotos und kleine Filme geben einen Einblick in die Aktivitäten der Rakete, die gerne noch neue Mitglieder an Bord begrüßt.

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