Wuppertal. Die Hoffnung stirbt angeblich zuletzt. In Wahrheit ist zu erwarten, dass die Kunst sie überleben wird. Freilich gilt dies nur, wenn man den erweiterten Kunstbegriff anerkennt und noch den Ruin der Erde als Kunst durchgehen lässt. Was indessen Kunst in einem engeren Sinne angeht, so lebt sie mit und aus ihren hoffenden Machern, von denen sich einige jetzt zu Teil eins der „Wuppertaler offenen Galerien und Ateliers“ (WOGA) in Ost-Wuppertal zusammenfanden.
Seit 2003 ist die WOGA eine kulturelle Institution der Stadt, seit 2005 ein west-östlicher Diwan, bei dem zuerst Barmen und der Osten, dann Elberfeld und der Westen die Pforten zur Kunst aufschließen. Die Zahl der Teilnehmer hat sich im Laufe der Jahre verdreifacht, die Lust der Kunden hingegen verflüchtigt.
So jedenfalls sehen das einige Künstler im Osten, die auf eine Anmeldung verzichtet haben. Es sei, sagen sie, eher eine Veranstaltung der Kultur-Laubenpieper, bei der die Gäste weniger aus Kunstinteresse anrückten als vielmehr der Neugier wegen. Wie lebt eigentlich so ein Künstler? Hat er seine Fenster auch geputzt und noch alle Tassen im Schrank? Nein, die WOGA ist nach wie vor eine Kontaktbörse und hat sich als solche auch am vergangenen Wochenende hervorragend bewährt: von Künstler zu Künstler, vom Macher zum Gast, von Mensch zu Mensch und sogar auch wieder von Jung zu Alt.
Doch scheint Wuppertal-Ost immer mehr das Nachsehen gegenüber dem Westen zu haben. Die Möglichkeit eines Kunst-Passionsweges durch Wuppertal wurde noch weniger genutzt als in den Vorjahren. Vielmehr bilden sich mit BBK-Ateliers an der Wiescher Straße, Kunstfabrik im Bereich der Allensteiner Straße und Christian-Morgenstern-Schule an der Wittensteinstraße entschiedene Schwerpunkte aus. Ergebnis ist, dass einige Künstler eigens für die WOGA in ein Mietatelier an der Wiescher Straße zogen, um stärker beachtet zu werden.
Wer dennoch unverblümte Frische und die künstlerische Form von Häuslichkeit schätzt, entdeckte in Randlagen einige Hotspots. Unbezahlbar etwa das studentische Dreigestirn „dijaki“ an der Schülkestraße, das noch mit echtem Spaß an der Sache verkündete: „Für uns war es ein voller Erfolg. Es kamen sogar Kinder, die hier gemalt haben.“ Ob alle Besucher zwischen dem Kinder- und dem Künstlerbild zu unterscheiden wissen, sei dahingestellt.




